Die Stadt Dessau-Roßlau und die Stiftung Bauhaus Dessau laden am 1. Mai 2026, ab 10 Uhr, unter dem Titel „Tag der Neuen Arbeit“ zu einer performativen Kundgebung am Historischen Arbeitsamt auf dem August-Bebel-Platz ein. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein öffentliches Programm aus Musik, Tanz, Gesprächen, einer künstlerischen Installation der Künstlergruppe SUPERFLEX sowie Führungen rund um das Gebäude.
Zum Auftakt gestalten der NewKid e. V. Dessau und der Spielmannszug Blau-Weiss Roßlau ein musikalisches und tänzerisches Opening. Anschließend übergibt Jacqueline Lohde, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Bauen und Stadtgrün der Stadt Dessau-Roßlau, die neugestalteten Freiflächen rund um das Historische Arbeitsamt an die Öffentlichkeit. Barbara Steiner, Direktorin und Vorstand der Stiftung Bauhaus Dessau, und Werner Möller, Stiftung Bauhaus Dessau und Projektleiter im Reallabor ZEKIWA Zeitz, führen in die künstlerische Intervention und in den Zusammenhang mit dem Jubiläum Bauhaus Dessau 100 ein.
Ein weiteres Highlight ist der Aufbau der skulpturalen Installation „Superbricks – Pink Elements“ gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern vor Ort. Für diese künstlerische Intervention wurde mit Unterstützung der Danish Arts Foundation die international agierende Kopenhagener Künstlergruppe SUPERFLEX eingeladen. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit ökologischen und sozialen Fragen des Zusammenlebens aller Spezies. Für Dessau realisiert SUPERFLEX eine Installation aus luftgetrockneten Lehmbausteinen, die in einer eigens eingerichteten Superbrick Factory in der ehemaligen Schultheiss-Patzenhofer Brauerei hergestellt wurden. Die organische und vergängliche Struktur dieser Skulptur eröffnet einen anderen Blick auf Material, Produktion und Öffentlichkeit.
Im Anschluss, ab 11.30 Uhr, finden Führungen und Gespräche zum Historischen Arbeitsamt, zum Historischen Erdmannsdorff-Friedhof, zur Superbrick Factory sowie zur Ausstellung Algen |Schutt |CO2 im ehemaligen Kaufhaus Zeeck statt.
Die Veranstaltung würdigt das Historische Arbeitsamt, das Walter Gropius zwischen 1927 und 1929 entwarf, als wichtigen Ort im Jubiläumsjahr. Das 22.04.2026 Pressestelle Tel. 0340 204-2113 Gebäude war nicht nur architektonisch außergewöhnlich, sondern auch für die Organisation des Arbeitsmarkts im 20. Jahrhundert wegweisend. Am Internationalen Tag der Arbeit richten Stadt und Stiftung den Blick deshalb zugleich auf die Frage, welche Rolle dieser Ort im 21. Jahrhundert einnehmen kann.
Einen besonderen Anlass bildet zudem die Neugestaltung der Freiflächen rund um das Gebäude, die die Stadt Dessau-Roßlau 2025 initiiert hat. Der Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros U. Merz verbindet den August-Bebel-Platz mit dem benachbarten Portal des Historischen Erdmannsdorff-Friedhofs und macht die unterschiedlichen Schichten der Stadtentwicklung neu erfahrbar. Es ist eine Grünanlage entstanden, deren leicht geneigtes Gelände die Zugänge zum Historischen Arbeitsamt, zur Wohnbebauung und ebenso zum Platz vor dem Erdmannsdorffportal am Historischen Friedhof neu verteilt und einen gärtnerischen Raum umschließt. Mit Nachdruck wird die Bronzefigur „Jüngling" wahrgenommen.
Ihre gestalterische Stärke bekommt die Grünfläche jedoch aus der Nachbildung des historischen Straßenverlaufs der Ballenstedter Straße. Mit ihr entsteht ein Zitat im Freiraum. Plattenbänder und -flächen zeichnen die Ränder der ehemaligen Straße nach. In der Lage der verschwundenen Straße selbst werden Trittstauden aus Thymian und Scheinkamille aufwachsen und eine großzügige blühende Fläche erzeugen.
Die Anlage vermittelt zwischen den städtebaulichen Ideen der Bauhauszeit, den Überformungen der 1960er Jahre und den aktuellen Perspektiven der Stadt im Zusammenhang mit der Bewerbung um die BUGA 2035.
Die Stiftung Bauhaus Dessau nähert sich dem Ort im Jubiläumsjahr unter dem Motto An die Substanz zudem über das Material des Gebäudes. Das Historische Arbeitsamt unterscheidet sich durch seinen gelben Backstein deutlich von den weiß verputzten Bauhausbauten Walter Gropius’ in Dessau. Daran anknüpfend fragt die Stiftung nach den Ursprüngen und Zukunftsperspektiven moderner Baumaterialien und nach neuen Formen des Arbeitens und Zusammenlebens.
Mit dem Tag der Neuen Arbeit widmen die Stadt Dessau-Roßlau und die Stiftung Bauhaus Dessau den traditionellen 1. Mai symbolisch um – als Einladung, das Historische Arbeitsamt neu zu entdecken und über Arbeit, Material und Stadt gemeinsam nachzudenken.
Programm am 1. Mai 2026 auf dem August-Bebel-Platz
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