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Erinnerungstafel zu 60 Jahre Anhalt-Arena

Tafel erzählt eindrucksvolle Entstehungsgeschichte der Halle.

Im Rahmen einer kleinen, aber bedeutungsvollen Zeremonie wurde an 18. September im Eingangsbereich der Anhalt-Arena eine Gedenktafel enthüllt. Sie erinnert an die Eröffnung der damaligen ZAB-Halle vor 60 Jahren, am 17. Februar 1965 – ein Meilenstein in der Dessauer Sportgeschichte.

Der ehemalige Chefkonstrukteur des VEB Zementanlagenbaus Dessau, Roland Bissot, übergab die Tafel gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Technikmuseum „Hugo Junkers“, Klaus-Lothar Bebber, an Christoph Wessel, den Referatsleiter für Sportförderung der Stadt Dessau-Roßlau.

Künftig wird die Schautafel im Kassenbereich der Anhalt-Arena ihren Platz haben und den Besuchern eindrucksvoll die Entstehungsgeschichte einer der bedeutendsten Sportstätten Sachsen-Anhalts näherbringen. „Was damals möglich war, dem steht heute die Bürokratie entgegen“, sagte Bissot mit einem wehmütigen Blick zurück. Als Zeitzeuge und Mitgestalter erinnert er sich noch genau an die Anfänge, als eine Stadt, eine Betriebssportgemeinschaft und viele engagierte Menschen mit vereinten Kräften eine Vision verwirklichten.

Vom Mangel zur Meisterleistung

Anfang der 1960er Jahre war der Aufstieg der ZAB-Handballer in die DDR-Oberliga ein sportlicher Triumph, jedoch ohne passende Heimspielstätte in der Stadt. Die Heimspiele mussten in Rostock oder Frankfurt (Oder) ausgetragen werden. In Dessau selbst fehlte es schlicht an einer geeigneten Halle.

Während eine von der Stadt eingesetzte Kommission keine Lösung fand, erkannte Konrad Dombrowski, Leiter der BSG ZAB Dessau, das Pot enzial in einer alten Rundbogenhalle auf dem Betriebsgelände des Zementanlagenbaus. Die 1938 errichtete Halle, ursprünglich ein Lagergebäude der Junkerswerke, war unbeschädigt geblieben und bot mit 20 x 40 Metern genau die richtige Fläche für ein Handballfeld.

Dombrowski überzeugte den damaligen Betriebsdirektor Gerhard Teichler und gemeinsam mobilisierten sie die Belegschaft sowie weitere Betriebssportgemeinschaften der Stadt. Materialien, Wissen und sogar finanzielle Mittel wurden zusammengetragen. In einer groß angelegten Sammelaktion kamen über 100.000 Mark der DDR zusammen.

Schrittweise zur Arena

Im Februar 1965 konnte die Halle schließlich als neue Heimspielstätte eingeweiht werden, allerdings noch ohne Tribünen. Die erste Zuschauertribüne auf der Westseite wurde im Oktober desselben Jahres errichtet. Besonders kreativ zeigte man sich 1973: Zwei bei Jeßnitz entdeckte Brückenbögen wurden mithilfe des NVA-Pionierbataillons demontiert und an der Ostseite der Halle als Tribüne wiederaufgebaut. Die Kapazität stieg damit auf bis zu 3.200 Plätze.

Die Halle diente fortan nicht nur dem Sport, sondern auch Konzerten, Boxkämpfen, Hallenfußballturnieren und sogar als Nebenspielort bei der Handball-WM 1974.

Vom ZAB zur Anhalt-Arena

Nach der politischen Wende wurde die Halle 1991 in "Sporthalle an der Robert-Bosch-Straße" umbenannt. Eine umfassende Modernisierung erfolgte 2002, inklusive Hochtribüne auf der Ostseite. Seitdem trägt sie den Namen Anhalt-Arena Dessau und ist heute Heimat des DRHV 06, der in der 2. Handballbundesliga spielt. Mit der nun enthüllten Erinnerungstafel wird die Entstehungsgeschichte lebendig gehalten – eine Geschichte von Engagement, Kreativität und Gemeinschaftssinn.

„Die Anhalt-Arena ist mehr als eine Sportstätte. Sie ist ein Denkmal des Miteinanders und der Tatkraft“, betonte Christoph Wessel zum Abschluss der feierlichen Übergabe.

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