Als Beitrag des Stadtarchivs Dessau-Roßlau zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus in Dessau“ ist im Mitteldeutschen Verlag Halle (Saale) kürzlich das Buch „Dessau 1925. Das Jahr, in dem das Bauhaus kam“ erschienen.
In diesem mit zahlreichen Abbildungen ausgestatteten Band stellt Stadtarchivar Dr. Frank Kreißler in Form einer kalendarischen Chronik dieses für die Muldestadt so wichtige Jahr 1925 auf 432 Seiten vor. Das Buch richtet sich an eine breite Leserschaft und ist für 28 EURO in den Buchhandlungen zu erwerben.
Am 23. März 1925 stimmte der Dessauer Gemeinderat mehrheitlich für den Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau. Die Bauhäusler kamen in eine aufstrebende Industriestadt mit einem reichen Potential an Veränderungen und modernen Entwicklungen in vielen Bereichen. Zugleich war die ehemalige Residenz der Herzöge von Anhalt als Landeshauptstadt des Freistaates Anhalt im Deutschen Reich aber auch mit einer reichen Geschichte und vielfältigen historischen und kulturellen Traditionen ausgestattet. In Dessau spiegelten sich die gesellschaftlichen Entwicklungen der „Goldenen Zwanziger“ Jahre auf typische Weise: Wirtschaftsaufschwung, Handel und Gewerbe, lautstark ausgetragene Auseinandersetzungen zwischen politischen, sozialen und ideologischen Fronten, Einzug von Fortschrittsglaube und Moderne, aber auch das Festhalten an lange Zeit gelebten Gepflogenheiten prägten die Atmosphäre.
Das Buch taucht mitten hinein in das vielschichtige, pralle Leben in der aufstrebenden anhaltischen Landeshauptstadt – und in das Jahr, in dem das Bauhaus nach Dessau kam. Es stellt in einer bunten und breiten Auswahl die politischen, wirtschaftlichen, sozialen, baulichen sowie kulturellen Ereignisse und Entwicklungen in der Stadt Dessau von Januar bis Dezember 1925 vor und greift dabei alltägliche wie außergewöhnliche Momente sowie auch Aktivitäten und Umstände auf, unter denen sich das Bauhaus und die Bauhäusler im Verlauf des Jahres 1925 nach und nach in Dessau etablierten. Dazu zählen Geburten und Todesfälle, Schützenfeste, Rummel und andere Volksbelustigungen, Nacktheit im Film, begeisternde und auch irritierende Theaterabende, rücksichtslose Fahrrad-, Motorrad- und Autofahrer, Sommer- und Winterschlussverkäufe, Modenschauen, Geschäftsgründungen und -jubiläen, politische Auseinandersetzungen in den Sälen und auf den Straßen, Zugverspätungen, Auseinandersetzungen um den Paragraphen 218, Fußball-, Handball-, Radballspiele und andere sportliche Ereignisse, Ausstellungen von Impressionisten und Expressionisten, die neuesten Kinofilme, die Kleinschreibung am Bauhaus und zahlreiche Nachrichten aus den Junkers-Werken.
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