Seit Mai 2025 gelten bundesweit verschärfte gesetzliche Anforderungen an die Reinheit von Bioabfällen. Die Bioabfallverordnung setzt strengere Grenzwerte für Fremdstoffe wie Plastik, Glas oder Metall fest – eine Entwicklung, die sowohl kommunale Entsorger als auch Privathaushalte direkt betrifft. Vor diesem Hintergrund startet der Eigenbetrieb Stadtpflege mit zahlreichen anderen kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben ab dem 15. September eine gemeinsame Kontrollaktion. Falsch befüllte Biotonnen werden von den Müllwerkern stehen gelassen.
Ziel dieser zweiten bundesweiten Kontrollaktion der Mitglieder von wirfuerbio e. V. ist es, Bürgerinnen und Bürger für die saubere Trennung von Bioabfällen zu sensibilisieren und die Einhaltung der neuen Vorschriften zu unterstützen. Das Motto: „Dein Biomüll ist wichtig für’s Klima.“
Der Eigenbetrieb Stadtpflege beteiligt sich an der Aktion, denn die Einhaltung der neuen Fremdstoffgrenzwerte ist nicht nur gesetzlich gefordert, sondern auch essenziell für die Herstellung von hochwertigem Kompost. „Die neuen Regelungen bringen die Bedeutung einer sauberen Biotonne auf den Punkt. Nur wenn wir Störstoffe vermeiden, können wir Bioabfälle effizient verwerten und hochwertige Komposterde für die Landwirtschaft gewinnen“, erklärt Matthias Tuchel, Leiter Abfallentsorgung beim Eigenbetrieb Stadtpflege.
Wie bereits 2023 werden auch im diesjährigen Aktionszeitraum vom 15. bis 26. September alle Biotonnen im Rahmen der Entleerung kontrolliert und bei festgestellter Fehlbefüllung stehen gelassen. In diesen Fällen geben rote Tonnenanhänger eine Rückmeldung zum weiteren Vorgehen. Die fehlbefüllten Biotonnen können dann bis zur nächsten Entleerung nachsortiert oder nach entsprechender Beauftragung gebührenpflichtig im Rahmen der nächsten Restabfalltour entleert werden.
Die Bioabfallverwertung ist ein zentrales Element der kommunalen Kreislaufwirtschaft: Aus Küchen- und Gartenabfällen wird durch Vergärung erst Biogas, dann Strom. Die übrigbleibenden Gärreste werden zu zertifiziertem, nährstoffreichem Kompost verarbeitet – ganz ohne chemische Zusätze. Doch: „Plastik und sogenannte kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne. Sie gefährden die Kompostqualität und damit unsere Umwelt“, warnt Tuchel vom Eigenbetrieb Stadtpflege. Papiertüten sind hier die richtige Alternative.
#wirfuerbio – Biomüll kann mehr: Unter diesem Leitsatz bündeln kommunale Betriebe seit Jahren ihre Aufklärung für saubere Biotonnen. Mit der zweiten bundesweiten Kontrollaktion wollen sie gemeinsam für die Sicherung der Qualität des wertvollen Bioabfalls sorgen – im Einklang mit der neuen Gesetzeslage.
Weitere Informationen zur Aktion: www.wirfuerbio.de/kontrollen
Plastik und kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne. In Mikroplastik zerfallen, können Plastiktüten nicht mehr ausreichend aus dem fertigen Rohkompost gesiebt werden und landen so auf den Beeten und Äckern, werden ins Grundwasser gespült, gelangen ins Meer und damit unweigerlich in unsere Nahrungskette. Was viele nicht wissen: Innerhalb des Produktionsprozesses von Vergärungs- und Kompostierungsanlagen werden auch kompostierbare Beutel nicht sicher vollständig biologisch abgebaut. „Die Zersetzungszeit dieser Tüten liegt deutlich über den Produktionszeiten moderner Kompostierungsanlagen. Somit sind diese Beutel – ebenso wie herkömmliche Plastikbeutel – Fremdstoffe, die entfernt werden müssen. Wir wollen störstofffreien Bioabfall und funktionierende Anlagen für mehr Bioenergie und saubere Komposterde“, so Matthias Tuchel, Leiter Abfallentsorgung beim Eigenbetrieb Stadtpflege.
Bioabfälle sollten im besten Fall lose in einem dafür vorgesehenen Behälter gesammelt und direkt – ohne Plastiktüte bzw. kompostierbare Plastiktüte – in die Biotonne entleert werden. „Wer seinen Bioabfall dennoch in einer Plastiktüte sammeln möchte, kann den Inhalt in der Biotonne entleeren und die Plastiktüte im Anschluss in den Restmüll geben. In den meisten Fällen steht die Restmülltonne direkt neben der Biotonne“, appelliert Matthias Tuchel, Leiter Abfallentsorgung beim Eigenbetrieb Stadtpflege. Deutlich einfacher sei es, Zeitungspapier oder Papiertüten zu verwenden. Diese Papiertüten erhält man im Eigenbetrieb Stadtpflege (10 Stück für 1,50 €) oder im Handel. Geeignet sind alle Papiertüten, die zu 100 Prozent aus Papier bestehen.
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