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Gestaltung Stadteingang Ost – Beteiligungsverfahren

Neue Ideen für den Stadteingang Ost: Auswahlgremium unterstützt die Idee „Die Stadt will an die Mulde“

Das Auswahlgremium hat am 24. Januar 2020 unter dem Vorsitz von Prof. Ingo Andreas Wolf, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, Leipzig, getagt, um die nächsten Schritte zur Neugestaltung des Stadteingangs Ost vorzubereiten. Wie soll das Gebiet rund um Lustgarten, Johannbau und Mühleninsel neugestaltet werden?

Am Vorabend waren schon mehr als 300 Besucherinnen und Besucher der Einladung der Stadt Dessau-Roßlau in die Marienkirche gefolgt, an der Präsentation der Ergebnisse des Dialogverfahrens zur Neugestaltung des Gebiets durch die Planungsteams teilzunehmen und die Konzepte genauer kennenzulernen. Engagiert und interessiert wurde die Gelegenheit genutzt, mit den Teams ins Gespräch zu kommen und dann nach einer umfassenden Diskussion der Auswahlgremiums („Jury“) ihre Hinweise mit auf den Weg zu geben. Auch in der Jury waren neben Experten, Politik und Verwaltung Vertreter/-innen der Bürgerschaft beteiligt und konnten so die die Hinweise aus der Veranstaltung in der Marienkirche in die Entscheidungsfindung einbringen.

Votum und Empfehlung des Auswahlgremiums vom 24. Januar 2020 (vorläufig)

„Das Auswahlgremium begrüßt die hohe Qualität des partizipativen Planungsverfahrens und insbesondere der vorliegenden drei Konzepte. Den Beiträgen gelingt es in hervorragender Weise, die hohen Potenziale einer stadt- und landschaftsräumlichen Gestaltung des Bereichs um den Stadteingang Ost variantenreich aufzuzeigen, ohne jedoch eine finale Gesamtstrategie formulieren zu können. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Zeithorizonte empfiehlt das Auswahlgremium, aus dem Spektrum der vorliegenden Planungsansätze und Gestaltungsvorschläge die nachfolgenden Punkte zur Grundlage der weiteren Planungen zu machen:

1. Es soll (im Sinne des Planungsteams BLAU) vom Lustgartentor bis über den Fluss hinaus ein einheitlicher Landschaftsraum gebildet werden, der dem Leitmotiv Die Stadt will an die Mulde räumliche Kraft gibt. Die Ausbildung der Uferbereiche und die neuen Nutzungsangebote sollen sich an dem Konzept des Planungsteams Neue Ufer orientieren, somit naturnah ausgebildet sein und beide Ufer dialogisch in Beziehung setzen.

2. Hinsichtlich des Johannbaus zeigen alle Arbeiten in unterschiedlicher Weise Entwicklungsoptionen auf, die Aspekte wie Sichtbarkeit, Raumbildung, Flächennutzung und bauliche Erweiterung thematisieren. Vom Erhalt des aktuellen Zustandes über eine moderate Ergänzung bis hin zur Hofbildung entsprechend des ehemaligen Residenzschlosses werden bauliche Lösungen aufgezeigt, die den musealen Standort weiterentwickeln können. Vorrangig ist hierzu ein Nutzungskonzept und ein Raumprogramm zu entwickeln, das Grundlage eines qualifizierenden Verfahrens (z. B. Architekturwettbewerb) werden kann.

3. Im Vergleich der vorliegenden Arbeiten zeigen sich unterschiedliche Strategien zur stadträumlichen Verbindung des Landschaftsraumes mit dem Bestand. Die vom Team Neue Ufer aufgezeigte Möglichkeit zur punktuellen baulichen Ergänzung überzeugt, weil eine Stärkung der städtebaulichen Struktur und der Stadtkante auch ohne Rückbau von Gebäuden gelingen kann.

Eine West-Ost-Verbindung zwischen Stadtpark und Mulde wird von allen Planungsteams als essenziell erachtet und sollte das langfristige Planungsziel sein. Dabei spielt die Stärkung der Weg-Raum-Folgen eine herausragende Rolle. Die durch das Team Wir sind uns GRÜN vorgeschlagene kleinteilige Bebauung der Marktstraße überzeugt, die Funktionen sind weiter zu präzisieren.

4. Die vom Team BLAU vorgeschlagene Tunnellösung zeigt in konsequentester Weise die hier zu präferierende Barrierefreiheit zwischen Stadt und Fluss auf und sollte als Ziel der Stadtentwicklung aktiv weiterverfolgt werden. Eine kurzfristige Umsetzung ist nicht realistisch. Hier können als Zwischenlösung, die von den anderen Planungsteams vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reduzierung der Trennwirkung genutzt werden, dazu gehören zum Beispiel Entschleunigung, Begrünung und Verbesserung der Querungsmöglichkeiten.“

 

Besonders gewürdigt hat das Auswahlgremium, dass die Arbeiten als Gemeinschaftsleistung von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Initiativen, der Politik und drei professionellen Planungsbüros entstanden sind und damit für ein gutes Miteinander in der Stadt stehen.

Der Stadtrat hatte Anfang 2019 beschlossen, für das Planungsgebiet aus Schlossplatz, Lustgarten und Mühleninsel einen neuen Weg der Ideenfindung und Planung zu gehen. Gemeinsam mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Fachexperten und Vertretern der kommunalpolitischen Ebene wurden nun in einem ergebnisoffenen Verfahren Ideen und Lösungen für die weitere Entwicklung dieses sensiblen und gleichzeitig im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehenden Stadtbereichs erarbeitet. Es wurde dabei an die bestehenden Stadtratsbeschlüsse und die konzeptionellen Ansätze u. a. aus der Bewerbung für die Landesgartenschau (LAGA) angeknüpft.

Die Neugestaltung des „Stadteingangs Ost“ ist für die Stadt Dessau-Roßlau eine der herausragenden Aufgaben der kommenden Jahre. Die öffentliche Präsentation der Arbeiten am 23.1.2020 und die Sitzung des Auswahlgremiums am 24.1.2020 bildeten als Dialog III den Abschluss eines Dialog- und Beteiligungsverfahrens, das u. a. nach einer Informationsveranstaltung für die Stadtöffentlichkeit und einem vorbereitenden Expertenworkshop (Dialog I) seinen Höhepunkt in der zweitägigen Entwurfswerkstatt (Dialog II) am 8./9.11.2019 gefunden hat. Die dort entwickelten Ideen zur künftigen funktionalen und gestalterischen Entwicklung des Bereichs wurden bereits am 9.11.2019 der interessierten Stadtöffentlichkeit vorgestellt. Die Anregungen aus dieser Veranstaltung werden bei der Überarbeitung der Entwürfe berücksichtigt.

An der Entwurfswerkstatt am 8./9. November 2019 hatten 18 Dessauer Bürgerinnen und Bürger aktiv teilgenommen und ihre Ideen entwickelt. Die Planungsbüros Steinblock Architekten GmbH aus Magdeburg, Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten aus Dresden sowie die Kooperation des Landschaftsarchitekturbüro Uwe Merz mit bankertsommer ARCHITEKTEN aus Dessau-Roßlau hatten die Teams dabei begleitet und dann die Ideen weiterentwickelt.

Weitere Informationen zu den Entwürfen – und über die bisher schon stattgefundenen Veranstaltungen – finden Sie ab nächster Woche wie gewohnt unter verwaltung.dessau-rosslau.de.

 

Beteiligungsverfahren - Besetzung Auswahlgremium

Frau Christiane Schlonski, Stadt Dessau-Roßlau, Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt, Verwaltung Herr Dr. Robert Reck, Stadt Dessau-Roßlau, Dezernat für Wirtschaft und Kultur, Verwaltung
Herr Eiko Adamek, Fraktion der CDU, Politik
Herr Guido Fackiner, Fraktion DIE GRÜNEN, FDP, Neues Forum-Bürgerliste, Politik
Herr Joachim Liebig, Evangelische Landeskirche Anhalt, Bürger
Herr Walter Matthias, Bürger
Frau Martina Nieling, Bürger
Herr Prof. Rudolf Lückmann, Gestaltungsbeirat Dessau-Roßlau, Gestaltungsbeirat
Herr Prof. Axel Teichert, Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Architektenkammer
Herr Andreas Wolf, HTWK-Leipzig, Fachexperte Städtebau
Herr Matthias Därr, Bund deutscher Landschaftsarchitekten, Fachexperte Landschaft (BDLA)

Weitere Informationen – auch über die bisher schon stattgefundenen Veranstaltungen und die Aufgabenstellung, die die Arbeitsgrundlage für die Entwurfswerkstatt ist, – finden Sie hier.

Kontakt

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Referat des Oberbürgermeisters / Pressestelle
Zerbster Straße 4
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