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Foto: Vogelfeder in Bitterfelder Bernstein. Sammlung Goitzsche Bernstein GmbH. © Dr. Ivo Rappsilber, Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Halle/Saale.

Faszination Bernstein

Bitterfelder Bernstein bildete schon immer einen Schwerpunkt in der geologischen Sammlung des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau.

Eine neue Ausstellung präsentiert nun Einschlüsse aus Flora und Fauna im Bernstein und gewährt so einen Einblick in ein Fenster der Erdgeschichte vor rund 40 bis 30 Millionen Jahren.

Durch die Braunkohlenförderung im Tagebau Goitzsche von 1952 bis 1991 wurden die Deckschichten über bernsteinführendem Schluff abgetragen. So wurde 1974 die abbaufähige Bernsteinlagerstätte Bitterfeld entdeckt. Sie ist die größte deutschlandweit und die zweitgrößte weltweit nach Jantarny in Russland. Von 1975 bis 1993 wurden rund 408.000 kg Bitterfelder Bernstein industriell abgebaut. Dieser wurde von der Schmuckindustrie Ribnitz-Damgarten genutzt und zu einem Teil für industrielle Zwecke und für medizinische Anwendungen, z. B. als Salbe gegen Hautleiden, eingeschmolzen.

Wissenschaftler u. a. in Halle und Berlin erforschen die reichhaltige im Bernstein enthaltene Flora und Fauna. Bisher sind 717 Arten aus Bitterfelder Bernstein beschrieben worden. Ein erneuter ständiger Bernsteinabbau im Goitzsche-Tagebau, seit 2002 Goitzsche-See, begann nach mehreren Versuchen im Oktober 2018 und wird von einem privaten Investor finanziert. Geplant sind ein Bernstein-Erlebniszentrum am Goitzsche-See und eine große Sammlung an seltenen Bernstein-Einschlüssen. Der Bernsteinabbau förderte bis April 2019 Interessantes und Seltenes zutage, z. B. Stabschrecken, eine Gottesanbeterinnen-Larve, Termiten und Eintagsfliegen, die im Erwachsenenstadium nur kurze Zeit leben. Die Ausstellung zeigt eindrucksvolle Fotos von Bitterfelder Bernstein-Einschlüssen. Eine besondere Attraktion dieser Ausstellung ist die Präsentation eines der größten bekannten Bernsteine mit 2.400 g.

Bernstein übt seit Jahrtausenden eine magische Anziehungskraft auf uns Menschen aus. 6.000 Jahre alt ist der Bernsteinschatz von Juodkranté (Schwarzort), Litauen, der Ende des 19. Jahrhunderts im Kurischen Haff gefunden wurde. In der Ausstellung werden 29 originale Kult- und Gebrauchsgegenstände dieses Schatzes präsentiert.

1858 wurde das rund 6.000 Jahre alte Woldenburger Bernsteinpferd in Dobiegniew, Polen, gefunden, das als Replik ausgestellt wird. Der Stolper Bernsteinbär von Slupsk, Polen, hat ein Alter von 8.500 bis 10.500 Jahre und wird der Mittel- bis Jungsteinzeit zugeordnet. Eine Lochung des Bären lässt den Schluss zu, dass er am Band getragen wurde und evtl. als Amulett diente. Das Original befindet sich heute in Stettin. In der Ausstellung wird eine Nachbildung gezeigt.

An bestimmten Terminen (jeden letzten Samstag im Monat) wird das Bernstein-Schleifen angeboten. Jeder Besucher erhält einen Bernstein in einem Kästchen, den er unter ANleitung schleifen und polieren kann, um ihn anschließemd mit nach Hause zu nehmen. Es wird lediglich der Museumseintritt erhoben.

Termine: 28.07., 25.08., 29.09., 27.10. und am 24.11.2019 jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr.

Hinweis

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