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Einsatzbericht aus dem Jahr 2016

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Kellerbrand Kavalierstraße 12

Die Feuerwehr wurde mit dem Einsatzstichwort Wohnungsbrand 1. OG Kavalierstr. 12 am 07.04.2016 um 21:48 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle wurden 3 Jugendliche im 1. Obergeschoss unmittelbar über der Hauseingangstür wahrgenommen. Alle 3 Personen befanden sich im Bereich des geöffneten Fensters, wobei eine Person bereits auf dem Fensterbrett saß, mit den Beinen auf der Straßenseite. An der gesamten Außenfassade wurde weder ein Feuerschein noch eine Rauchentwicklung festgestellt. Bei der Kontaktaufnahme mit den Jugendlichen gaben diese an, dass das Treppenhaus vollständig verraucht ist und eine Evakuierung über diesen Weg nicht mehr möglich ist. Die Wohnung war zu diesem Zeitpunkt nur leicht verraucht. Während der Vorbereitungen zum Innenangriff wurde eine Steckleiter im 1. OG in Stellung gebracht und das mögliche Anleitern der Hubrettungsbühne vorbereitet.

Zum Betreten des Hauses musste die Hauseingangstür aufgebrochen werden. Es wurde eine vollständige Verrauchung des gesamten Treppenhauses festgestellt. Die Sicht tendierte gegen Null. Der Angriffstrupp begab sich in das 1. Obergeschoss. Beide Wohnungstüren waren verschlossen. Es wurde versucht diese gewaltsam zu öffnen. Dabei wurde festgestellt, dass keinerlei Erwärmung der Türblätter vorlag. Deshalb setzte der Angriffstrupp die Suche nach dem Brandherd im 2. Obergeschoss fort. Gleichzeitig wurde vor dem Hauseingang ein Lüfter zur Entrauchung des Treppenhauses in Stellung gebracht. Die ebenfalls an der Einsatzstelle eintreffende Freiwillige Feuerwehr Süd wurde unter Verwendung der Wärmebildkamera und unter Atemschutz eingesetzt, die Fenster im Treppenhaus zur Entrauchung zu öffnen und den Angriffstrupp der Berufsfeuerwehr zu unterstützen. Während ein Feuerwehrmann über die Steckleiter zu den Jugendlichen in die Wohnung eingestiegen ist, hat ein weiterer Feuerwehrmann vom Korb der Hubrettungsbühne alle Geschosse straßenseitig von außen ohne Feststellung kontrolliert.

Da eine Verrauchung in allen bewohnten Wohnungen nur minimal vorhanden war, wurde auf eine Evakuierung der Bewohner verzichtet, da diese mit einem höheren Risiko behaftet war, als der Verbleib in den Wohnungen.

Nachdem im 2. Obergeschoss ebenfalls der Brandherd nicht liegen konnte, wurde der Keller kontrolliert. Durch die extreme Verrauchung konnte nicht mehr festgestellt werden, woher der Rauch eigentlich kommt. Von der Kellertreppe betrachtet, wurde auf der linken Gebäudeseite im letzten Keller, auf der rechten Seite des Kellerganges, der eigentliche Brandherd gefunden. Hier brannten abgestellte Möbelteile. In Folge der Temperaturentwicklung waren sowohl die Kalt- als auch die Warmwasserleitungen geplatzt. Die Handräder für die Abstellschieber waren geschmolzen. Die gesamte Elektrik im Kellergang sowie die Isolierungen der Warm- und Kaltwasserversorgung waren geschmolzen. Durch die starke Rauchentwicklung waren im Keller aber auch teilweise im Treppenhaus die Wände mit einer starken Rußschicht bedeckt. Nach dem Abschiebern der defekten Leitungen mit Hilfe einer Pumpenzange und dem Setzen von Blindstopfen trat weiterhin Wasser aus. Daraufhin wurde sowohl die DWG als Hauseigentümer und die Deswa alarmiert. Der Bereitschaftsdienst der Deswa schieberte die Anschlussleitung auf dem Fußweg vor dem Haus ab.

Da nach dem Löschen des Brandes die 3 Jugendlichen über ein Kratzen im Hals klagten, wurden diese vorsorglich dem Rettungsdienst vorgestellt. Dieser entschied, die Jugendlichen zur Beobachtung in das Krankenhaus mitzunehmen.

Die ebenfalls anwesende Polizei führte erste Zeugenbefragungen durch. Dabei wurde ein möglicher Tatverdächtiger durch Zeugen beschrieben. Im vorliegenden Fall wird von Brandstiftung ausgegangen. Der Brandschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 20.000 Euro.

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr mit 10 Einsatzkräften und die FF Süd mit 11 Einsatzkräften.

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