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Warnung vor dem erneuten Auftreten des Eichenprozessionsspinners

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Warnung vor dem Eichenprozessionsspinner

Seit 1993 breitet sich der zur Massenvermehrung neigende Schmetterling in Deutschland vermehrt aus. Auch im Tiefland Sachsen-Anhalts ist seit einigen Jahren eine starke Zunahme des Eichenprozessionsspinners zu verzeichnen. Er tritt in warm-trockenen Regionen bevorzugt in lichten Eichenwäldern, an Waldrändern und an besonnten Einzelbäumen in Erscheinung, jedoch kommt es auch zunehmend zu intensivem Befall im öffentlichen Grün und in Gärten.

Neben der Schädigung der Eichen durch den starken Fraß der Raupen an den austreibenden Knospen können die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen darstellen. Ab der 3. Raupengeneration dieses Schmetterlings bilden die Tiere Gifthaare aus, die das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Ende Mai/Anfang Juni zum Zeitpunkt der Gifthaarbildung spinnen die Raupen an geschützten Stellen am Stamm oder Ästen von Eichen und auch Hainbuchen Nester. Die Gifthaare können bis zu tausend Meter weit mit dem Wind verdriftet werden.

Ab Juli/August verpuppen sich die Raupen, 3 - 6 Wochen später schlüpfen die Falter. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahr dar, da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen.

Vorrangig muss eine Bekämpfung in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch die Gifthaare gefährdet sind und eine Absperrung des befallenen Geländes für längere Zeit unmöglich ist. Für eine Bekämpfung sollte immer der Rat von Fachleuten eingeholt werden. Dabei muss es sich um speziell befähigte Schädlingsbekämpfungsfirmen handeln, welche mit Bioziden arbeiten. Nicht nur eine Biozidbekämpfung kommt in Frage, sondern speziell im Raupenstadium auch eine Absaugung der betroffenen Bereiche. Für weniger gefährdende Bereiche kann auch eine Absperrung ausreichend sein.


» Krankheitserscheinungen

» Krankheitserscheinungen

Folgende Krankheitserscheinungen können nach Kontakt mit den Raupenhaaren auftreten und individuell sehr unterschiedlich ausfallen:

Es sind allergische Reaktionen möglich, Einzelfälle wurden beschrieben.

Überwiegend wurden lokale Hautausschläge mit punktförmigen Hautrötungen beschrieben, die einhergehen mit starkem Jucken und Brennen. Nach wenigen Tagen bilden sich diese Hauterscheinungen zurück, ohne dass eine spezifische Behandlung erforderlich wird.

Möglich sind auch Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut, Husten und Bronchitis durch Einatmen der Haare. Ganz vereinzelt können Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auftreten.

Zu gesundheitlichen Belangen berät das Gesundheitsamt unter der Telefon-Nummer 0340 204-2222.

Bei verstärktem Auftreten von allergischen Symptomen, Augenerkrankungen sowie stark juckende Hauterkrankungen sind die entsprechenden Fachärzte aufzusuchen. Bei der Behandlung sollte der Kontakt mit den Raupenhaaren angesprochen werden.


» Vorsichtsmaßnahmen

» Vorsichtsmaßnahmen

  • Betroffene über die Gefährdung informieren, besonders Kinder
  • Grundsätzlich die Befallsareale (Eichenwälder) meiden
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach einem Kontakt
  • Die Augen gut mit Wasser spülen
  • Die Kleidung inklusive Schuhe unbedingt waschen (60 °C) und nicht in den Wohnbereich einbringen
  • Empfindliche Hautbereiche (z.B. Hals, Nacken, Unterarme) schützen

» Verantwortlichkeit

» Verantwortlichkeit

Verantwortlich für die Überwachungs-, Vorsorge- und Bekämpfungsmaßnahmen sind immer die Eigentümer oder anderen Verfügungsberechtigten der Grundstücke, auf denen die mit dem Eichenprozessionsspinner befallenen Bäume stehen.

Besteht die Möglichkeit einer Gesundheitsgefährdung von Personen, so haben sie - im Rahmen der ihnen obliegenden Verkehrssicherungspflicht - auf eigene Kosten geeignete Gefahrenabwehrmaßnahmen zu treffen. Hierzu zählen insbesondere die oben beschriebenen chemischen und mechanischen Bekämpfungsmaßnahmen. Mit diesen Maßnahmen sollten die Eigentümer oder anderen Verfügungsberechtigten ausschließlich geprüfte und zugelassene Schädlingsbekämpfer (zu recherchieren beim Schädlingsbekämpferverband www.dsvonline.de) oder Personen mit Sachkundenachweis nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 523 beauftragen.

Das Gesundheitsamt kann einen Befall nicht identifizieren oder Bekämpfungsmaßnahmen in Auftrag geben. Dies muss vom Eigentümer selbst in Auftrag gegeben werden.


» Bekämpfung in Dessau-Roßlau

» Bekämpfung in Dessau-Roßlau

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) durchläuft insgesamt sechs Larvenstadien. Im ersten und zweiten Larvenstadium sind noch keine Brennhaare ausgebildet. Dann ist eine Bekämpfung mit Biozid möglich. Das Biozid Foray ES wurde dafür im Stadtgebiet hauptsächlich verwendet. Es enthält das Bakterium Bacillus thuringiensis. Dieses produziert ein Protein, welches nach Aufnahme durch den EPS dessen Verdauungssystem zerstört. Foray ES ist also ein Fraßgift, welches auf die Blätter der Eichen aufgebracht wird. Dies erfolgte in Dessau-Roßlau mittels Sprühkanonen vom Boden aus. Das Mittel hat eine selektive Wirkung und ist nicht bienengefährlich.

Ein zweites, biologisch wirkendes Mittel sind Nematoden. Es handelt sich hierbei um Fadenwürmer, die als Vektor für das Bakterium dienen. Da die Fadenwürmer UV-empfindlich sind, muss die Ausbringung in den Abendstunden stattfinden. Es wird ebenso wie Foray ES durch ein Sprühverfahren in den Baum gebracht. Die Nematoden müssen direkten Kontakt zu den Raupen haben. Nach dem Einbohren tötet das mitgeführte Bakterium die Raupen ab. Dieses Mittel wurde auch in Dessau-Roßlau testweise eingesetzt.

Als mechanische Bekämpfungsmethode eignet sich das Absaugen der Nester. Dies ist aber erst effektiv möglich, wenn sich die Raupen zur Verpuppung in den Nestern gesammelt haben. Dies geschieht voraussichtlich Anfang bis Mitte Juli. Vorher sind die Raupen in der ganzen Baumkrone verteilt. Ein vollständiges Absaugen ist dann nahezu ausgeschlossen.

Für mechanische Bekämpfung hat die Stadt bereits eine Firma gebunden, die mit bis zu drei Einsatzteams die Arbeiten durchführen wird.


Befallene und gefährdete Gebiete

Aktuell

  • Vorderer und Hinterer Tiergarten

  • Törten/Haideburg

  • Waldersee/Mildensee

Grundsätzlich ist zu beachten, dass in ca. einem Kilometer Radius um die Muldaue besondere gesundheitliche Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner bestehen.

Fragen zur Gesundheit

Zu gesundheitlichen Belangen berät das Gesundheitsamt unter der Telefon-Nummer

0340 204-2222

Befall melden

Hinweise zu konkreten Nestsichtungen/befallenen Bäumen nimmt das Tiefbauamt während den Dienstzeiten unter der Telefon-Nummer

0340 204-1999 oder unter
epsdessaurosslau@dessau-rosslau.de

entgegen.

Die entgegengenommenen Hinweise dienen dann der Priorisierung (Bäume im Bereich Schulen/Kitas/Spielplätze zuerst) und Koordinierung von Bekämpfungsmaßnahmen bzw. um betroffene Grundstückseigentümer zu informieren.