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Pogromgedenken

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Pogromgedenken 2019 Veranstaltung am 8. November, 13.00 Uhr

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“ (Wilhelm von Humboldt)
Am Morgen des 9. November 1938 veröffentlichte die Tageszeitung „Der Mitteldeutsche“ die Namen aller 204 noch in Dessau und Roßlau lebenden jüdischen Bürgerinnen und Bürger. Bereits am Nachmittag begann die Plünderung und Zerstörung jüdischer Geschäfte, Wohnungen und der Synagoge, die dreißig Jahre zuvor feierlich eingeweiht worden war. Schließlich wurde die Synagoge in Brand gesetzt und die verbliebene Ruine einige Tage später abgetragen. Nur wenige der jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die später in Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden, überlebten.

Mit dem Holocaust endete das bis ins Jahr 1672 zurückreichende jüdische Leben und Wirken in Dessau. Fünf Jahrzehnte nach dem Nationalsozialismus schenkten uns Einwanderer aus der untergegangenen Sowjetunion eine neue Jüdische Gemeinde zu Dessau, die sich seither in herausragender Weise in das kulturelle, soziale und religiöse Leben der Stadt einbringt. Ihren Sitz hat die Gemeinde im historischen Rabbinerhaus in der Kantorstraße.
Seit dem 9. November 1988 erinnert eine Gedenkstele an der Ecke Kantorstraße/Askanische Straße an die Zerstörung der Synagoge und die Opfer des Holocaust. Seither versammeln sich alljährlich am 9. November Vertreter der Zivilgesellschaft an diesem Ort, um gemeinsam der Opfer zu gedenken. Unter Beachtung des jüdischen Ruhetages (Shabbat) findet das Gedenken an die Novemberpogrome in diesem Jahr bereits am 8. November an der Stele statt. Zugleich wird an diesem Tag ein weiterer Schritt zur Realisierung des geplanten Synagogenanbaus getan. Als Prolog dazu wird im zweiten Teil der Veranstaltung symbolisch eine Kassette am Gebäude der Gemeinde eingeweiht, die sozusagen als Grundstein dienen soll.

Die Finanzierung des durch die Kurt-Weill-Gesellschaft angestoßenen und vom Architekturbüro Alfred Jacoby entworfenen Synagogenanbaus ist inzwischen gesichert. Jetzt kann der Anbau umgesetzt werden.
Ministerpräsident Reiner Haseloff wird das Grußwort des Landes Sachsen-Anhalt anlässlich des Prologs zum Bau überbringen. Für den Zentralrat der Juden in Deutschland spricht deren Vizepräsident Mark Dainow. Jugendliche des Theaterclubs des Anhaltischen Theaters Dessau werden mit dem Gedicht von Eli Elkana „Dämmerstunde im Tempel“ die Veranstaltung bereichern, die musikalisch von dem Klarinettisten Roman Samsovici umrahmt wird.

Die Stadt Dessau-Roßlau und die Jüdische Gemeinde zu Dessau laden herzlich zur Veranstaltung am Freitag, dem 8. November 2019, um 13.00 Uhr, an den die Gedenkstele (Kantorstraße / Askanische Straße) ein.

Zusätzlicher Veranstaltungshinweis Die Initiative „Lieder gegen das Vergessen“ und DIE LINKE. Sachsen-Anhalt laden herzlich ein: „Vom Bauhaus nach Auschwitz“ - Ein GeDENKprogramm zur Erinnerung an die Novemberpogrome 1938, am 9. November 2019, um 18.00 Uhr, in der Marienkirche Dessau Die Veranstaltung wird von der Stadt Dessau-Roßlau, der Musikschule Kurt Weill und dem AJZ e. V. unterstützt. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Spende für den geplanten Synagogenanbau gebeten.