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Museum mal anders - Hummeln

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Im zweiten Teil geht es um die Hummel

Hummeln – die flauschigen Gesellen, die das aktuell schöne und warme Wetter nutzen, um mit tiefem Brummen Taubnessel, Scharbockskraut oder Obstblüten zu besuchen, kennt wohl fast jeder. Formal gehören auch sie zu den Wildbienen, die wir letztes Mal ausführlicher vorstellten.

Doch ist ihr Verhalten so von dem der meisten Wildbienen verschieden, dass wir ihnen eine extra Folge widmen möchten. Während die Wildbiene zu den Einzelgängern zählt, lebt die Hummel gesellig. Im Frühjahr begegnen uns zunächst die recht großen Königinnen. Diese wurden im Herbst begattet und haben den Winter an einem geschützten Ort verbracht. Sie stärken sich zunächst am Nektar, den sie mit einem starken Rüssel aufnehmen. Dann geht’s auf zur Nistplatzsuche. Das kann ein Erdloch sein, oder ein hohler Baumstamm oder aber eine ausreichend große Lücke im Holzstapel. Im Hummelnest baut die Königin Waben, trägt Pollen und Nektar für die Larven ein und legt Eier. Zunächst schlüpfen Arbeiterinnen, die das Nest erweitern und der Königin die Arbeit erleichtern. Im Hochsommer verlassen dann Männchen und junge Königinnen das Nest, verpaaren sich und der Kreislauf beginnt von neuem.

Wie die Wildbienen so sind auch die Hummeln sehr wichtige Bestäuber, namentlich im Obstbau. Mancherorts werden Hummeln gezüchtet, um die Bestäubung der Obstbäume sicher zu stellen.

Aus Sachsen-Anhalt sind 30 Hummelarten bekannt, aber nur wenige sind häufig. Zu ihnen gehört die schwarz-gelb-weiß geringelte Erdhummel und die mit einer braunen Brust versehene Ackerhummel.

Die Steinhummel ist noch oft zu sehen. Man erkennt sie am schwarzen Körper und dem roten Hinterleib. Ihr Nest baut sie gern im steinigen Gelände. Dort werden etwa 100 bis 200 Hummeln im Jahr großgezogen. Unser Exemplar aus der Sammlung des Museums stammt übrigens aus Aken.

Der Steinhummel sehr ähnlich ist die Steinhummel-Schmarotzerhummel. Schmarotzerhummelweibchen fliegen einfach ins Nest der Steinhummel. Dort legen sie ihre Eier in selbstgebaute Waben und fliegen dann wieder davon. Die Steinhummelarbeiterinnen füttern die Larven. Es schlüpfen aber keine Steinhummeln, sondern die zugehörigen Schmarotzerhummeln. Man kann sie übrigens durch die dunklen Flügel von der echten Steinhummel unterscheiden. Das Museumsexemplar ist ebenfalls aus Aken, aber bereits mehr als 70 Jahre alt.

Wer also im Frühjahr eine Hummel mit dunklen Flügeln sieht – das Museum freut sich über ein Foto per E-Mail an museum@naturkunde.dessau-rosslau.de

Wusstet ihr schon, dass die Erdhummel (Bombus terrestris) sich und ihre Brut von den blühenden Schlehen (Prunus spinosa) ernährt?

Die Schlehe ist im zeitigen Frühjahr eine wichtige, nektarreiche Nahrungsquelle. Und die Schlehe hat auch etwas davon, sie wird von Insekten bestäubt. Ohne Hummel keine schwarz-blauen Schlehenfrüchte im Herbst und ohne Schlehe kein Überleben und keine erfolgreiche Aufzucht der Hummeln.

Die Hummelfotos wurden an der Pestalozzischule aufgenommen. Die Flächen mit blühreichen Wiesen und Gehölzen gehören zum Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“. Hier wird der Natur in unserer Stadt mehr Raum gelassen.

Starthilfe für Hummeln

Starthilfe für Hummeln

+ Starthilfe für Hummeln Ein reichhaltiges Nahrungsangebot ist für die Hummel das gesamte Jahr über wichtig. Denn nicht nur die Jungköniginnen zu Beginn des Jahres, sondern auch die Arbeiterinnen im Sommer und die neuen Königinnen später im Jahr brauchen viele Blüten. Wer Hummeln über das Jahr helfen möchte, kann in seinen Garten zum Beispiel Krokusse, Schlüsselblumen, Geflecktes Lungenkraut, Akelei, Löwenzahn, Hornklee, Malve, Gundermann, Natternkopf und Dost pflanzen. Aber auch Gehölze wie Holunder, Himbeere, Pfaffenhütchen, Weißdorn und Wildrosen sind gut geeignet. Sogar ein bepflanzter Blumenkasten auf dem Balkon gefällt den kleinen „Pelztierchen“ gut.

Findet man eine entkräftete Hummelkönigin im Garten, so lässt sich dem Tierchen recht einfach helfen. Man löst einen halben Teelöffel Zucker in etwas laufwarmen Wasser auf und bietet ihn der Hummel an. Innerhalb einiger Minuten kann die Hummel mit ihrem langen Saugrüssel frische Energie tanken. Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einen ganzen, noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.

Keine Angst – Hummeln sind sehr friedfertig! Man darf sie nur nicht zwischen den Fingern einquetschen oder in der geschlossenen Hand einsperren.

Hummeln für den Vasenstrauß

Hummeln für den Vasenstrauß

Hier wollen wir euch unsere Pompon-Hummel vorstellen. Diese flauschigen Tierchen können als Überraschung oder an einem Basteltag mit der ganzen Familie gefertigt werden. Hier unten gibt es eine Kopiervorlage oder ihr zeichnet eure eigene Hummel auf.

Material: dickes Papier / Karton, Bleistift, Schere, Wollreste, Buntstifte + einen schönen Strauß aus dem Wald.

  1. Farbkarton falten
  2. Hummel aufzeichnen
  3. Hummel doppelt ausschneiden
  4. Hummel mit Wolle umwickeln
  5. Wolle zwischen den beiden Hummeln aufschneiden
  6. Faden zwischen den Papierhummeln legen und Wollfäden zu einem Pompon binden
  7. Anmalen oder mit Flügeln aus Transparentpapier verschönern.

Fertig! 

Anschrift

Askanische Straße 32
06842 Dessau-Roßlau
 
0340 214824

0340 8003790

0340 8003795 
museum@naturkunde.dessau-rosslau.de

Öffnungszeiten:

Öffnungszeiten

Mittwoch - Sonntag, Feiertage
10.00 - 17.00 Uhr  

Montag und Dienstag geschlossen 

Turmausstellung (Ein Gang durch die Erdgeschichte)
An Sonntagen und Feiertagen und auf Anfrage 14.00 - 16.00 Uhr

Standort