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+++ AKTUELLES +++

Philipp ist der Beste

Eigentlich waren und sind sie alle Sieger. Anna Sophie, Nayla, Freya, Mahmoud, Lennox und eben Philipp. Sie eint der Umstand, dass sie Sechstklässler in Dessau-Roßlau sind und bereits in zwei Wettbewerben, in ihrer Klasse und in ihrer Schule, die besten Vorleseergebnisse erzielen konnten, so dass sie nun am 18. Februar im Rahmen des diesjährigen bundesweiten Vorlesewettbewerbes der sechsten Klassen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der nächsten Stufe, dem Stadtentscheid, gegeneinander antraten, um die beste Vorleserin oder den besten Vorleser der Stadt Dessau-Roßlau in der Stadtbibliothek zu ermitteln.

Zwei Teile hat dieser Vorlesewettbewerb. Im ersten Teil dürfen die Teilnehmenden einen selbst ausgesuchten Text lesen. Beim diesjährigen Stadtentscheid war da das Spektrum der ausgewählten Bücher wieder recht breit aufgestellt. Von den drei Fragezeichen, gleich zwei Mal, über Harry Potter, „tschik“, „Krabat“ bis zu „Tote Mädchen lügen nicht.“ Im zweiten Teil wird es dann schon etwas schwieriger. Da müssen sie an einen ihnen unbekannten Text ran. In diesem Stadtausscheid war es der Buchtitel „Rocky Winterfeld – Ziemlich neben der Spur“ von Marie Hüttner.

Von der Jury, in der auch eine Teilnehmerin aus dem Stadtentscheid des vergangenen Jahres dabei war, wurden Lesetechnik, Interpretation und beim selbst gewählten Text auch die Auswahl der Textstelle bewertet. Da gab es in diesem Jahr wieder so einige Kopf-an-Kopf-Rennen. Durchgesetzt hat sich letztendlich Philipp Valentin Schneider aus dem Liborius-Gymnasium. Die anderen beteiligten Schulen waren die Freie Sekundarschule Dessau, das Gymnasium Philanthropinum, das Walter-Gropius-Gymnasium, die Sekundarschule Kreuzberge und die Sekundarschule Roßlau. In allen genannten Schulen darf man sehr stolz auf die entsandten besten Vorleserinnen und Vorleser sein, denn die Leistungen waren alle sehr gut und bemerkenswert, welche Talente da bereits geweckt wurden.

Für Philipp, den diesjährigen besten Vorleser der Stadt, geht es nun eine Stufe höher im Bundeswettbewerb, zum Bezirksausscheid. Sollte er auch dort gewinnen, würde ihn nur noch der Landesausscheid Sachsen-Anhalt von der Teilnahme an der Endstufe, dem Bundesausscheid in Berlin trennen. Eine Dessauerin hatte es schon mal in diese oberste Stufe geschafft. Vielleicht klappt es ja auch in diesem Jahr nochmal.

Ansonsten startet sicherlich auch im nächsten Jahr wieder der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen, seit 1959 organisiert vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und diversen anderen kulturellen Einrichtungen und Institutionen. Und dann gibt es auch wieder einen Stadtentscheid für Dessau-Roßla und Philipp darf mit in der Jury sitzen. Höchstwahrscheinlich auch wieder, wie in den letzten Jahren und Jahrzehnten, in der Stadtbibliothek. Ein wunderbarer Ort für einen Vorlesewettbewerb, wie es eine Frau aus dem Publikum äußerte.

Eine zusätzliche Überraschung gab es für die beteiligten Vorleserinnen und Vorleser auch noch. Sie erhielten als Anerkennung das Buch, aus dem der für sie unbekannte Text entstammte, allerdings in einer ganz speziellen, limitierten Auflage. Mit einem eingedruckten, anerkennenden und dankendem Vermerk des Ausrichters des Bundeswettbewerbes. Und Philipp bekam noch etwas oben drauf. Einen Gutschein vom regionalen Fernsehsender RAN1. Er darf nämlich einen ganzen Tag lang, wenn er möchte, und danach sah es nach der Überreichung aus, in der Redaktion und dem Sendestudio verbringen. Natürlich auch gern vorlesend. Das heißt, man wird nochmals von ihm hören und sehen. Nicht nur beim nächsten Vorlesewettbewerb, dem Regionalentscheid.

 

Neues Projekt „LeseOmas“ jetzt mit Vereinbarung

Seit 31. Juli ist die Stadtbibliothek Dessau um eine Kooperationsvereinbarung reicher. Unterzeichnet haben diese Eter Hachmann, Beigeordnete für Soziales, Bildung, Jugend und Senioren, Sylvia Watzek, Quartiersmanagerin am Leipziger Tor und der Leiter der Stadtbibliothek Dessau-Roßlau, Tom Weiß.

Gegenstand der künftigen engen Zusammenarbeit ist die Professionalisierung der Aktion „LeseOmas“. Diese bringen Geschichten direkt zu den Kleinsten und besuchen Kitas und Schulen, um den Kindern vorzulesen. Auch hier sind sich alle Beteiligten einig, Lesen ist eine der wichtigsten Kompetenzen für die Kita- und Schulkinder. Je früher man damit beginnt, desto besser entwickeln sich die Sprachfähigkeiten und die Phantasie der Kinder. „Mit ihren Stimmen und einer Leidenschaft für Bücher schaffen die `LeseOmas´ besondere Momente und fördern die Leseliebe schon im frühen Alter“ freut sich Eter Hachmann über das Projekt.

Schwerpunkte der Kooperation sind vorerst die Vermittlung der LeseOmas, die auch teils LeseOpas sind, auf die potentiellen Aktionsorte im Quartier Leipziger Tor. Künftig soll das Projekt aber auch auf alle weiteren Bildungs- und Betreuungseinrichtingen für Kinder ausgeweitet werden.

Die Vorlesenden erhalten auch Schulungen und neben theoretischem Rüstzeug ebenfalls den kostenfreien Zugang zur ausgewählten Vorleselektüre durch die und in der Stadtbibliothek, die gerade den Bereich der Leseförderung seit Jahrzehnten ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben hat. Sozusagen eine feste Säule des Bibliothekswesens auch in unserer Stadt. Die seit über zwanzig Jahren regelmäßig und nach wie vor sehr erfolgreich stattfindenden Vorlesestunden in den städtischen Bibliotheken finden nun eine weitere, wunderbare Ergänzung, von der alle Beteiligten begeistert sind.

Eter Hachmann, in deren Arbeitsbereich auch die Bibliothek gehört, freut sich besonders darüber, dass einmal mehr der Bildungscharakter der Bibliotheksarbeit zum Vorschein und Tragen kommt. Der Bedarf ist unbedingt vorhanden.

Die Kooperationsvereinbarung ist vorerst auf ein Jahr angesetzt. Nach dieser Testlaufzeit wird entschieden, wie weitergemacht werden soll. Man kann aber schon jetzt sagen, dass eine Fortsetzung, gegebenenfalls mit Ergänzungen und kleinen Änderungen aber schon sichtbar und spürbar, also ziemlich sicher ist.

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