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Landwirtschaft und Ökologie

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Landwirtschaft und Ökologie

Die Landwirtschaft in Deutschland produziert seit Jahren hohe Erträge bei Getreide, Mais und anderen Feldfrüchten.

Voraussetzung ist eine intensive Landwirtschaft mit dem Einsatz von Hochleistungssorten, Dünger und Pflanzenschutzmitteln (PSM). Pflanzenschutzmittel dienen der Bekämpfung von Schaderregern, wie Pilzen und Insekten. Die meisten Anwendungen betreffen den Einsatz von Herbiziden und Fungiziden.

Leider hat die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder Pestiziden einige Nachteile für die Natur. Die Intensivierung und Konzentration der Landwirtschaft hat zu einer Arten- und Sortenarmut in der Agrarlandschaft und zu genetisch einheitlichen, ausgeglichenen Kulturpflanzenbeständen geführt. Damit sind auch für potentielle Schaderreger (wie Insekten und Pilze) günstige Voraussetzungen zur Selektion leistungsstarker Populationen geschaffen wurden.

Die zu bekämpfenden Schaderreger verfügen meist über eine hohe Reproduktionskraft, die auf ihrer Anpassungsfähigkeit, Vitalität und spezifischen Abwehrmechanismen basiert. Bei der Bekämpfung von Schaderregern werden gleichzeitig viele Nützlinge vernichtet. Dies hilft indirekt der Population der Schaderreger.

Ackerunkräuter haben große Bedeutung im Agroökosystem. Kräuter und Gräser spielen für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit eine größere Rolle als früher angenommen, z. B. beim Erosionsschutz, Bodengare und temporäre Nährstoffbindung. Unkräuter haben nur oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes einen negativen Einfluss auf den Ertrag.

Ackerunkräuter besitzen eine positive Bedeutung als Wirtspflanze für Parasiten von tierischen Schaderregern (besonders Insekten) der Kulturpflanze. Diese positive Wirkung trifft genauso für den Kleingarten zu. Unkräuter sind Lebensraum für viele Insekten im Garten. (Quelle: Lehrbuch der Ökologie von Rudolf Schubert)

Das zweite Hauptproblem der Anwendung von Pestiziden ist die Anreicherung im Boden und die Verlagerung in das Grundwasser. Einige PSM sind äußerst persistent und daher über einen langen Zeitraum im Boden nachweißbar! Grundwasser ist die wichtigste Ressource zur Gewinnung von Trinkwasser. Rückstände von PSM lassen sich regelmäßig im Grundwasser nachweisen!

Eine langfristige Lösung bietet der integrierte Pflanzenschutz

Der integrierte Pflanzenschutz ist eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird (§2, PflSchG vom 6. Februar 2012, zuletzt geä. 19.06.2020).

Das Pflanzenschutzgesetz legt weiterhin fest:
(1) Pflanzenschutz darf nur nach guter fachlicher Praxis durchgeführt werden. Die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz umfasst insbesondere 1. die Einhaltung der allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes
(2) die Gesunderhaltung und Qualitätssicherung von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen durch a) vorbeugende Maßnahmen, b) Verhütung der Einschleppung oder Verschleppung von Schadorganismen, c) Abwehr oder Bekämpfung von Schadorganismen, d) Förderung natürlicher Mechanismen zur Bekämpfung von Schadorganismen und
(3) Maßnahmen zum Schutz vor sowie die Abwehr von Gefahren, die durch die Anwendung, das Lagern und den sonstigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln oder durch andere Maßnahmen des Pflanzenschutzes, insbesondere für die Gesundheit von Mensch und Tier und für den Naturhaushalt einschließlich des Grundwassers, entstehen können.

Ökologische Landwirtschaft

Seit mindestens 20 Jahren hat sich eine nachhaltige ökologische Landwirtschaft in Deutschland und europaweit entwickelt. Die ökologische Landwirtschaft verfolgt drei grundliegende Ziele:

- Erhaltung und Förderung des Bodenlebens
- Vermeidung mineralischer Dünger und Pestizide
- Rückführung von Nährstoffen (Kreislaufwirtschaft)

Die ökologische Landwirtschaft in Deutschland verzichtet ganz bewusst auf die Anwendung von Herbiziden; Ackerunkräuter werden z. B. mechanisch bekämpft. Für den Ökolandbau gelten strenge Regeln, sowohl in Deutschland als auch auf EU Ebene. In Deutschland werden aktuell 1.622.100 ha nach den Regeln des Ökolandbaus bewirtschaftet, dies entspricht 10,1% der landwirtschaftlichen Fläche. (Stand 2019) Jedes Jahr werden es mehr.

Weitere Informationen zum Ökolandbau unter: https://www.thuenen.de.

Wegweiser

Amt für Umwelt- und Naturschutz
Markt 5, 06862 Dessau-Roßlau 

0340 204-2083
0340 204-2983
umweltamt@dessau-rosslau.de

Umwelttelefon:
0340 204-1583

Sprechzeiten:
Die.: 8.00 - 12.00 und 13.30 - 17.30 Uhr
Do.: 8.00 - 12.00 und 13.30 - 16.00 Uhr

Anfahrt:
mit dem Bus Nr. 16 in Richtung Meinsdorf
Ausstieg Anhaltiner Platz

Formulare

Hier finden Sie alle wichtigen Formulare.