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Wettbewerb Aktive Eingliederung 2022

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Aufruf zur Teilnahme am Ideenwettbewerb „Aktive Eingliederung Dessau-Roßlau“

Frist zur Einreichung von Projektvorschlägen: 23.08.2022 um 12:00 Uhr!

Die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau ruft alle interessierten Träger auf, Projektvorschläge zur Verbesserung der Integrationschancen von arbeitsmarktfernen Langzeitarbeitslosen mit besonderen Vermittlungshemmnissen und daraus resultierendem besonderen Unterstützungsbedarf im Rahmen des Ideenwettbewerbes „Aktive Eingliederung Dessau-Roßlau“ einzureichen. Ziel ist, durch längerfristige individuelle lösungsorientierte Integrationsbegleitung der Betroffenen bessere Integrationsfortschritte zu erzielen und schließlich ihre berufliche Integration in den ersten Arbeitsmarkt oder in Ausbildung zu erreichen und zu festigen. Die Grundlage für die Durchführung des Wettbewerbs und Umsetzung entsprechender Projekte ist die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Regionalisierung der Arbeitsmarktförderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Landes Sachsen Anhalt - „REGIO AKTIV“ (RdErl. des MS vom 6. Juni 2022 – 52-04011).

Zielgruppe

Für die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau stehen fortlaufend bis zu 15 Teilnehmerplätze für 36 Monate zur Verfügung. Zielgruppe für die Förderung sind am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen, die mit Hilfe der Förderangebote nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch oder dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch nicht mehr erreicht werden können und einen besonderen Unterstützungsbedarf bei der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt oder in Ausbildung haben. Hierzu zählen Langzeitarbeitslose

a) die länger als zwei Jahre arbeitslos und in der Regel über 35 Jahre alt sind,

b) mit gesundheitlichen oder psychischen Beeinträchtigungen oder Behinderungen oder

c) mit Migrationshintergrund.

Als arbeitslos gelten Personen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen und die bei der Agentur für Arbeit oder dem Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet sind. Bezieher von Arbeitslosengeld nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch können nicht gefördert werden.

Was wird gefördert?

Es werden Projekte mit umfassenden ganzheitlichen Angeboten zur Aktivierung, persönlichen Stabilisierung und Qualifizierung sowie nachhaltigen beruflichen Eingliederung gefördert. Auf Basis der bisherigen Erfahrungen bei der Projektdurchführung erwartet der Regionale Arbeitskreis Dessau-Roßlau bei der Beschreibung und Umsetzung des Projektes über den Rahmen der Richtlinie hinaus, dass innerhalb der 3-jährigen Laufzeit mindestens 45 Personen in das Projekt Aktive Eingliederung einmünden und davon mindestens 50% in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (einschließlich geförderter Beschäftigungsverhältnisse nach § 16i SGB II) integriert werden.

Förderumfang:

Der Förderzeitraum umfasst 36 Monate. Das finanzielle Gesamtvolumen für das Projekt beträgt für 36 Monate maximal 660.000 €. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Landes Sachsen-Anhalt. Das Arbeitslosengeld II der TeilnehmerInnen kann in Form einer teilnehmerbezogenen Pauschale zur Finanzierung des Gesamtvorhabens mit 15 % berücksichtigt werden. Die Höhe der Pauschale wird vom Ministerium festgesetzt.

Weitere Hinweise zur Konzepteinreichung:

In der Vorbereitung zur Einreichung von Projektvorschlägen sind die einschlägigen Regelungen der Rahmenrichtlinie REGIO AKTIV zu beachten. Die Richtlinie ist in der aktuellsten Fassung auf der Website Landesrecht Sachsen-Anhalt abrufbar. Hier sind insbesondere die Regelungen zum Förderbereich A von Bedeutung.

Die Projekte müssen ein detailliertes Betreuungs- und Integrationskonzept mit einer festgelegten Mindestzahl von Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung beinhalten.

Die Projekte sollen eine Kapazität von 15 Teilnehmerplätzen haben. Während der gesamten Projektlaufzeit soll die Zahl der besetzten Teilnehmerplätze nicht unterschritten werden. Für TeilnehmerInnen, die aus dem Projekt ausscheiden, sollen andere Personen, welche die Zugangsvoraussetzungen erfüllen, innerhalb von vier Wochen in das Projekt aufgenommen werden, so dass die Teilnehmerplätze durchgehend besetzt sind.

Die Förderung von Personalausgaben erfolgt in Form von Personalkostenpauschalen. Für die Anerkennung von zuwendungsfähigen Personalausgaben sind die im Erlass der EU-Verwaltungsbehörde EFRE/ESF festgelegten Pauschalwerte anzuwenden. Die der jeweiligen Pauschale zuzuordnenden Qualifikationen und Tätigkeitsmerkmale sind zu beachten. Für Projekte, die vor dem Inkrafttreten des Erlasses nach Satz 2 beantragt werden, erfolgt die Förderung auf der Basis der tatsächlich entstandenen Personalausgaben.

Die Projekte beinhalten ganzheitliche Angebote zur Aktivierung, persönlichen Stabilisierung und Qualifizierung sowie nachhaltigen beruflichen Eingliederung. Die Teilnehmenden sollen durchgängig über alle Projektelemente hinweg intensiv begleitet und betreut werden. Die nachstehenden Projektelemente sollen flexibel miteinander kombiniert werden.

Individuelle stärkenorientierte Situations- und Bedarfsanalyse, Erstellen individueller Entwicklungspläne

  • Für alle Teilnehmenden erfolgt zunächst eine individuelle Potenzialanalyse, die insbesondere die soziale und berufliche Kompetenzfeststellung umfasst. Dazu ist auch eine berufliche Erprobung in Werkstätten oder in Unternehmen möglich.
  • Ausgehend von der Potenzialanalyse ist für alle Teilnehmenden ein individueller Entwicklungsplan zu erstellen. Inhalt des Plans ist es, die Projektziele für die einzelnen Teilnehmenden zu vereinbaren, den individuellen Projektverlauf und die voraussichtliche Dauer der Teilnahme festzulegen und die Umsetzung zu dokumentieren. Der Entwicklungsplan soll auch die Fördermöglichkeiten Dritter, zum Beispiel des Jobcenters, einbeziehen. Die Umsetzung des Plans wird in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens halbjährlich, überprüft und bei Bedarf werden notwendige Änderungen vorgenommen. Das wird dokumentiert und dient auch zur Erfolgskontrolle.

Entwickeln der Beschäftigungsfähigkeit

  • Die Teilnehmenden werden beim Abbau und der Überwindung von individuellen Vermittlungshemmnissen unterstützt. Dabei werden sie durchgängig sozialpädagogisch betreut. Dies wird bei Bedarf ergänzt durch psychologische oder ergotherapeutische Betreuung.
  • Die Teilnehmenden erhalten Angebote zur sozialen und fachlichen Qualifizierung, im Sinne der Vermittlung von Grundkompetenzen und Schlüsselqualifikationen. Für Teilnehmende, die nicht über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, ist außerdem Sprachunterricht möglich.

Begleitung und Unterstützung bei der beruflichen Integration einschließlich Nachbetreuung

  • Die Teilnehmenden werden bei der Suche geeigneter Arbeits- und Ausbildungsplätze unterstützt. Dazu gehört auch die Einwerbung geeigneter Arbeits- und Praktikumsplätze.
  • Zur Arbeitsplatzfindung können die Teilnehmenden Praktika bei potenziellen Arbeitgebern absolvieren, jedoch höchstens drei Monate je Arbeitgeber.
  • In geeigneten Fällen ist in Abstimmung mit dem Jobcenter auch eine geförderte Beschäftigung im gemeinwohlorientierten Bereich möglich. Diese kann jedoch ausschließlich im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten nach §16d des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch mit Finanzierung durch das Jobcenter erfolgen. Die Teilnehmenden sollen während dieser geförderten Beschäftigung intensiv begleitet werden, um darauf aufbauend weitere Schritte in Richtung der Integration in reguläre Beschäftigung zu unternehmen.
  • Die Teilnehmenden sollen nach Übergang in Arbeit, Ausbildung oder andere weiterführende Maßnahmen weiter betreut werden, um Abbrüche zu vermeiden und die Nachhaltigkeit zu sichern.

Für die Teilnehmenden sind Teilzeitmodelle möglich.

Die individuelle Verweildauer der Teilnehmenden beträgt in der Regel bis zu 18 Monate zuzüglich Nachbetreuung von bis zu sechs Monaten. Unterbrechungen der Projektteilnahme von in der Regel bis zu drei Monaten sind unschädlich.

Projektbeginn: voraussichtlich ab 01. Februar 2023

Wer kann sich am Wettbewerb beteiligen?

Zuwendungsempfangende sind juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts sowie sonstige Unternehmen unabhängig von ihrer Rechtsform. Bei Förderung von Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit ist im Zuwendungsbescheid festzulegen, welche Person dem Land für die sachgerechte Verwendung der Zuwendung haftet. Die Zuwendungsempfangenden müssen die Eignung für eine sachgerechte und erfolgreiche Projektdurchführung besitzen. Kriterien für die Bewertung sind insbesondere die fachliche Qualität und Zuverlässigkeit sowie die Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Natürliche Personen ohne Unternehmereigenschaft sind von der Förderung ausgeschlossen. Für ein Projekt kann grundsätzlich nur ein Träger Zuwendungsempfangender sein. Kooperationsverträge oder -vereinbarungen zwischen verschiedenen Trägern sind nicht zulässig, sofern nicht in Teil 2 abweichende Regelungen getroffen werden. Ausnahmen können in begründeten Fällen nach vorheriger Abstimmung mit der Bewilligungsstelle zugelassen werden.

Hinweise zum Verfahren

Der Wettbewerb bildet die Vorstufe zum Antragsverfahren. Bei positiver Förderempfehlung durch den Regionalen Arbeitskreis (RAK) der Stadt Dessau-Roßlau erfolgt die Aufforderung zur Antragsabgabe beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Die Bewertung der Projektvorschläge durch den RAK Dessau-Roßlau erfolgt nach einem einheitlichen Bewertungsschema anhand einer formellen Prüfung und Bewertungsmatrix - entsprechende Vorlage werden zusammen mit diesem Wettbewerbsaufruf veröffentlicht.

Die Projektvorschläge sind bis zum 23.08.2022 um 12:00 Uhr postalisch bei der

Stadtverwaltung Dessau-Roßlau

Dezernat für Gesundheit, Soziales und Bildung

Koordination Regionaler Arbeitskreis

Herrn Schulze

Postfach 1425

06813 Dessau-Roßlau

einzureichen.

Eine persönliche Übergabe der Projektvorschläge ist nach telefonischer Anmeldung beim Koordinator des Regionalen Arbeitskreises, Herrn Schulze, im Rathaus Dessau ebenfalls möglich.

Der Projektvorschlag ist in doppelter Ausfertigung in einem verschlossenen Briefumschlag mit Hinweis auf den Wettbewerb „Aktive Eingliederung“ sowie zusätzlich in digitaler Form an koordination.rak@dessau-rosslau.de einzureichen.

Stichtagrelevant ist der postalische Eingang bei der der Koordination des Regionalen Arbeitskreises. Später eingehende Projektvorschläge bzw. Nachreichungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Bei Rückfragen zum Ideenwettbewerb steht Ihnen die Koordination des Regionalen Arbeitskreises unter den obenstehenden Kontaktdaten gern zur Verfügung.

Kontakt

Bei Rückfragen steht Ihnen der folgende Kontakt gern zur Verfügung:

Karl Schulze
Koordinator Regionaler Arbeitskreis
0340 204-1205 
koordination.rak@dessau-rosslau.de