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Die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau von der Gründung bis heute
Die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau wurde im Jahr 1927 vom Staat Anhalt durch Zusammen-fassung mehrerer anhaltischer Sammlungen gegründet und besteht heute anteilig aus Gemälde-beständen der der Amalienstiftung (30,5 %), Joachim-Ernst-Stiftung (27,8 %), der Sammlungen des Staates Anhalt (10,2 %), der DDR-Zeit (36,3 %) und der bisherigen BRD-Zeit (3,4%). Seit 1959 befindet sich die Sammlung im Schloss Georgium. Nach der politischen Wende des Jahres 1989 ging die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau in kommunale Trägerschaft über. Mit der bürgerlichen Revolution des Jahres 1918 und der Gründung des Staates Anhalt hatte dieser auch die bis dahin vom Herzoghaus Anhalt wahrgenommenen kulturellen Aufgaben übernommen. Dabei war es ein wichtiges Anliegen für die junge demokratische Gesellschaftsordnung, mit dem Volksbildungsgedanken des 19. Jahrhunderts ernst zu machen. Bildende Kunst sollte nicht mehr herrschaftlicher Repräsentation dienen und dementsprechend präsentiert werden. Es ging vielmehr darum, allen gesellschaftlichen Schichten eine intensive ästhetische Erfahrung und historische Erkenntnis durch bildende Kunst zu ermöglichen. Die Anhaltische Gemäldegalerie sollte, wie ihr erster Direktor, Dr. Ludwig Grote es in seiner Eröffnungsrede formulierte, „ein lebendiges Organ der Bildung“ sein und dadurch sei „die Allgemeinheit wieder zurückführen zur bildenden Kunst“. Als der Staat Anhalt diese Aufgabe übernahm, wurde die von dem jungen Kunsthistoriker und Landesdenkmalpfleger Dr. Ludwig Grote(1893 – 1974) geleitete Anhaltische Gemäldegalerie Dessau nach moderner Methodik als Kunstmuseum konzipiert. Die auf dieser Basis völlig neuartige, systematische Präsentation von bildender Kunst nach Stilentwicklungen, Schulen und Gattungen reichte bezeichnender Weise bis hin zur Bauhaus-Moderne, die in Grote einen engagierten Mitstreiter gefunden hatte. Kunst wurde von Grote gleichsam in einem demokratischen Akt einreihig und auf Augenhöhe des Betrachters präsentiert. In der systematischen Abfolge der Werke konnten diese auch einem Laienpublikum in Führungen leicht vermittelt werden oder waren auch unabhängig von fachlicher Kennerschaft für jedermann wahrnehmbar und nachvollziehbar. Diese pädagogischen Errungenschaften der 20er Jahre sind noch heute von Bedeutung. Die bis zur politischen Wende des Jahres 1989 allein im Hauptgebäude des Schlosses befindliche Gemäldegalerie erfuhr in den Folgejahren bis 1999 eine schrittweise Erweiterung durch die Verlagerung der Graphischen Sammlung in das aus einer Ruine wiedererstandene historische Fremdenhaus, durch die Hinzugewinnung der äußerst sanierungsbedürftigen Orangerie als Ausstellungshalle, durch die Nutzung der beiden Orangerie-Nebengebäude als Museumsgaststätte, als Verwaltungs- und Bibliotheksbau und als Hausmeisterwohnung. Die 1999 ebenfalls vorgesehene Nutzung des unter fachlicher Begleitung der Anhaltischen Gemäldegalerie restaurierten Meisterhauses Kandinsky-Klee wurde durch Gründung der Meisterhaus Stiftung rückgängig gemacht. Hauptziel der seit 2011 andauernden Sanierung des Schlosses Georgium ist die mit der Verlagerung der Verwaltung in das Nebengebäude der Orangerie ermöglichte Erweiterung der Präsentation von niederländischen Gemälden im Mezzanin. Bei der Baumaßnahme zu Tage tretende Schäden der Baustatik, Anforderungen der Bauphysik, des Brandschutzes und der Behindertengerechtigkeit ließen das Projekt auf eine derzeit durchgeführte Generalsanierung hinauslaufen. Die Wiedereröffnung ist für das Jahr 2019 geplant.

Unsere Ausstellungen

Im Museum für Stadtgeschichte
Interim. Meisterwerke der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau
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Adresse

Museum für Stadtgeschichte Dessau
Johannbau
Schloßplatz 3a
06844 Dessau-Roßlau
0340 220961 2

Orangerie
Puschkinallee 100
06846 Dessau-Roßlau

Fremdenhaus
Am Georgengarten 18
06846 Dessau-Roßlau

Verwaltung
Puschkinallee 100
06846 Dessau-Roßlau
0340 66126000
0340 66126017
gemaeldegalerie@georgium.dessau.de

Mitarbeiter

Direktor
Dr. Norbert Michels
0340 66126020

Kustodin für Malerei
Margit Zisché
0340 66126013

Registrar, Museumspädagogik, Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Mischa Steidl
0340 66126011

Sekretariat